Sommerweine Freiluftweine

Die originellste Antwort auf die Frage, was eigentlich ein «Sommerwein» ist, hat Nancy Sinatra gegeben. «Erdbeeren, Kirschen und der Kuss eines Engels … daraus besteht mein Sommerwein», sang 1967 die Lady mit den langen Beinen.

Für uns/mich sind Sommerweine fruchtbetonte, spritzige und leichte Weine. «Frisch» und «lebhaft» sind weitere Attribute, die zu diesem Weintypus passen. Ideale Sommerweine, die diese Anforderungen erfüllen, wird man vor allem unter Weissweinen finden. Sie bringen in der Regel eine höhere Säure (Frische) mit als Rotweine und werden auch kühler ausgeschenkt.

Die Winzer haben das Potenzial des Themas längst erkannt und preisen die unterschiedlichsten Weinstile und Rebsorten als idealen Sommertrunk. Die Bandbreite ist riesig. Zeit also, genauer hinzusehen, ob auch wirklich Sommerwein drin ist, wo Sommerwein draufsteht.

Die Leichtigkeit des Seins gehört sicher zu den wichtigsten Kriterien. Alkohol ist zwar ein Geschmacksträger, doch zu viel davon gibt dem Wein Wärme und Schwere. Das Magazin «Vinum» zieht die Sommerwein-Grenze bei elf Volumenprozent. Wir legen das etwas grosszügiger aus und empfehlen Weine bis maximal 12,5 Prozent.

Ein weiteres Kriterium für einen Sommerwein ist das Aroma. Sobald ein Wein draussen auf der Terrasse oder beim Picknick getrunken werde, verduftet ein Teil des Aromas oder wird weniger intensiv wahrgenommen als in geschlossenen Räumen. Deshalb empfehlen wir in Sachen Sommerwein besonders aromareiche und gleichzeitig säurefrische Rebsorten wie Grüner Veltliner, Sauvignon blanc, Verdejo oder Riesling.

Neben Alkoholgehalt und Aroma ist die Frische ein weiteres entscheidendes Kriterium. Im Barrique ausgebaute Weine, die wärmende Röstnoten, Vanille- und Rauchgeschmack vom Kontakt mit dem getoasteten Eichenholz mitbringen, sind sicherlich nicht erste Wahl bei Schwimmbadwetter.

Last but not least ist für optimalen Genuss neben dem Produkt auch die Weintemperatur wichtig. Auch Rotweine, wenn man sie denn trinken will, werden jetzt unbedingt gekühlt serviert – nie wärmer als 16 Grad, leichte Rotweine eher mit 14 Grad. Weissweine sollte man direkt aus dem Kühlschrank mit rund sieben Grad ausschenken. Lieber einen Tick zu kalt servieren, die Aussentemperatur sorgt ohnehin für rasche Erwärmung.

Wer zum Wein etwas essen will, sollte sich an die leichte Sommerküche mit Fisch, Gemüse oder Geissenkäse halten. Was ist mit (uns) Männern, die wir im Sommer bekanntlich am Liebsten ein saftiges T-Bone-Steak vom Rost ziehen? Da heisst definitiv umsatteln, denn spritzige Sommerweine sind mit den Röstaromen blutiger Fleischfetzen in jedem Fall überfordert.

Und wo bleibt der Kuss des Engels? Hier hat Nancy Sinatra womöglich etwas viel versprochen. Bei den meisten Weintrinkern stellen sich geflügelte Wesen erst nach der zweiten Flasche ein. Dann ist es höchste Zeit, das Glas beiseite zu stellen. Sogar bei leichten Sommerweinen

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