Quitten – Golden und bittersüss wie der Herbst

Quitten

Wie die goldenen Sonnenstunden im Herbst ist auch die Quitte ein wunderbarer, aber rarer Genuss. Als letzte Frucht, die im Herbst von den Bäumen gepflückt wird, lässt die Quitte mit ihrem einzigartigen Duft nochmals Sommergefühle aufflammen. 

Die Quitte, die Griechen und die Liebe
Mit 4000 Jahren zählt die Quitte – auch Honigapfel genannt – zu den ältesten Obstsorten der Welt. Ihre Ursprünge liegen im Kaukasus, wo sie von den Römern entdeckt und nach Europa befördert wurde. Doch nicht nur die Römer, auch die alten Griechen liebten die Frucht. Die antike griechische Stadt Kydonia verlieh der Quitte ihren Namen (botanisch Cydonia oblonga), und in der griechischen Mythologie wird die Quitte als «goldener Apfel der Aphrodite» bezeichnet. Angeblich erntet man mit der Quitte Glück, Liebe und Fruchtbarkeit. Die Römer versuchten ausserdem, mit dem Duft der Frucht die Frauen zu betören. Vielleicht funktioniert’s ja heute immer noch?

Mehr Quitte, bitte!
Besonders beliebt ist die Quitte heute in Asien, im Mittelmeerraum und im Balkan. In der Schweiz ist sie in den letzten 50 Jahren fast ein wenig in Vergessenheit geraten. Während in Grossmutters Garten der Quittenbaum noch häufig zu finden war, ging der Bestand ab Ende der 80er-Jahre rapide zurück, da die Quitte als Infektionsherd für die Baumkrankheit Feuerbrand in Verruf geriet. Davon erholt hat sie sich nicht, noch immer fristet die goldgelbe Frucht ein Schattendasein. Das ist nicht fair, schmeckt sie doch so himmlisch! Immerhin geht’s bergauf: 2017 wurde die Quitte zur Schweizer Obstsorte des Jahres gekürt und in den Küchen dieses Landes wird ihr kulinarisches Potenzial mehr und mehr entdeckt.

Verführerischer Duft, eigenwilliger Charakter
Die Quitte ist ein Rosengewächs und somit mit Äpfeln und Birnen verwandt. Es gibt weltweit rund 200 Sorten. Man unterscheidet dabei zwischen Apfelquitten und Birnenquitten. Die runden Apfelquitten sind fest, säuerlich und herb. Die länglichen Birnenquitten hingegen weich, süsslich und mild. Quitten riechen unheimlich gut, zum Reinbeissen sind sie aber nicht, denn roh schmecken sie bitter, hart und holzig. Erst mit dem Kochen, Dämpfen oder Braten entfaltet sich der aromatische, fruchtige und leicht zitronige Charakter der kostbaren Frucht. Quitten-Genuss will also verdient sein, das köstliche Ergebnis ist aber jede Mühe wert.

Viel mehr als nur Konfi
Quitte ist nicht nur fein als Konfi, sondern bereichert auch köstliche Desserts und herzhafte Gerichte wie Wild. Auf unserem Blog finden Sie jede Menge herbstliche Inspirationen für Ihre Küche.

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