Gastronomie in Corona-Zeiten- die Krise als Chance?

Interview_Bastian_Florian

Die Coronakrise hat auch bei der Remimag ihre Spuren hinterlassen und der Weg aus der Krise bleibt steinig. Welche Auswirkungen dies auf den Alltag hat und wie man der Situation als Unternehmen optimistisch begegnet, erfahren wir von den beiden Geschäftsleitern Bastian und Florian Eltschinger.

Wie geht das Unternehmen mit der aktuellen Situation rund um Corona um?

FLORIAN: Inzwischen haben wir uns schon recht gut daran gewöhnt (lacht). Die bald täglich wechselnden Vorschriften halten uns ganz schön auf Trab und verlangen noch mehr Flexibilität. Wir sind jedoch überzeugt, dass nach wie vor Durchhaltevermögen und Nachhaltigkeit in der Gastronomie das A und O sind, vor allem in Zeiten wie diesen.

BASTIAN: Glücklicherweise hat uns der Sommer mit schönstem Terrassenwetter und vielen treuen Stammgästen beschenkt. Auch viele Ausflügler haben unsere Restaurantvielfalt entdeckt. Zurzeit sind wir am Aufrüsten der Schutzmassnahmen, damit wir jederzeit schnell reagieren können und die externen Kontrollen auch weiterhin positiv ausfallen. Trotzdem kämpfen wir mit den Alltagssorgen, wie alle anderen Gastronomen auch.

Insgesamt beschäftigt die Remimag über 600 Mitarbeitende. Wie hat sich die Krise auf die Angestellten ausgewirkt?

FLORIAN: Von heute auf morgen schickten wir unsere Mitarbeitenden in Kurzarbeit. Das war hart, aber für das Unternehmen lebensnotwendig. Trotzdem traf es genau die Personen, welche es lieben, an der Front zu stehen, Gäste zu verwöhnen oder Kochlöffel zu schwingen.

BASTIAN: Einigen fiel die Decke schnell auf den Kopf, andere freuten sich über die nicht geplante Auszeit (schmunzelt). Das fordert weiterhin sehr viel Verständnis und Flexibilität von jedem Einzelnen. Und genau dafür möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Mitarbeitenden bedanken!

Wo lagen die grössten Herausforderungen nach dem Lockdown?

BASTIAN: Das ist ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren. Zum einen mussten wir unsere Angebote zu Beginn teilweise stark reduzieren und die Öffnungszeiten anpassen. Zum anderen galt es, die kantonal geregelten Massnahmen schnell umzusetzen und zu hoffen, dass die Gäste trotz den Umständen auswärts essen gehen. Auch die fehlenden Touristen und Bankettgeschäfte stellten uns vor eine neue Herausforderung.

FLORIAN: Ab und zu hätten wir uns von den Behörden etwas mehr Klarheit im Bezug auf die vorgegebenen Massnahmen erhofft, um mehr Planungssicherheit zu erlangen. Doch letztendlich zählte in diesem Fall einzig die schnelle und unkomplizierte Abwicklung der Kurzarbeits- und Kreditzahlungen auf Bundesebene, welche glücklicherweise einwandfrei funktionierten.

Hat man als Familienbetrieb in einer Krise Vorteile?

BASTIAN: Ja, auf jeden Fall! Keiner von uns hat eine solche Krise durchgemacht und so mussten wir schnell lernen, damit umzugehen. Wir sind es gewohnt, unkomplizierte Lösungen zu finden und schnelle Entscheidungen zu treffen. Das bewährt sich auch in dieser Zeit und schweisst das Team noch mehr usammen! So schafften wir sogar die Neueröffnung des Cucarachas per Mitte Mai.

Was sind eure Hoffnungen für die nächste Zeit?

BASTIAN: Kurzfristig gesehen freuen wir uns über einen schönen Herbst und weiterhin viele zufriedene Gäste, welche wir kulinarisch verwöhnen oder zu einem Event begrüssen dürfen. Denn trotz allem soll das Leben gefeiert werden, einen Grund dazu gibt es immer – und passend dazu finden Sie bei uns die Lokalität!

FLORIAN: Das Wichtigste ist, dass die Gesellschaft lernt, langfristig mit dem Virus und dessen Auswirkungen umzugehen und Veränderungen zu akzeptieren. Trotz Schutzkonzepten soll wieder etwas Normalität einkehren, sodass sich die Wirtschaft langfristig erholen kann. Wir schauen positiv in die Zukunft und wünschen uns weiterhin ein gutes Zusammenspiel zwischen Behörden, Vermietern, Gästen, Mitarbeitenden wie auch Lieferanten. Nur wenn alle am selben Strick ziehen, meistern wir diese Krise. Denn nur gemeinsam sind wir stark!

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