Der Sommer im Rebberg

14_05_Sommer im Rebberg

Das Wein aus Trauben gewonnen wird, wissen wohl die meisten – ebenso, dass die Trauben im Rebberg gedeihen. Doch damit endet vielfach bereits der Weinhorizont.

Daher wird es Zeit, das zu ändern.
In der Rubrik «Das Jahr des Winzers» wollen wir Ihnen Einblick gewähren in das Leben und Treiben auf einem Weingut; passend zur Jahreszeit steht in dieser Ausgabe der Sommer im Fokus.

Während der frühsommerlichen Reifephase gilt es alle Arten von ungewünschten «Gästen» aus dem Rebberg fern zu halten. Es werden Schutznetze angebracht, damit sich die Vögel nicht an der Trauben zu schaffen machen. Diese werden laufend kontrolliert, dass sich keine Vögel darin verschlaufen können. Wichtig sind solche Kontrollen vor allem nach Sturm und Regen.

Des weiteren werden Wespenfallen angebracht, denn die Insekten sind besonders gefrässig, wenn die Trauben allmählich reifer und süsser werden.

Eine wichtige Aufgabe ist im Vorsommer das Einschlaufen der Reben. Je nach Wachstum der Rebschosse werden bis zur Hälfte der Triebe in die Drähte geschlauft. Dadurch wird eine möglichst grosse, kompakte Blattmasse geschaffen.

Sie dient gleichzeitig als Schutz und verhindert, dass Einzelschosse durch starken Wind und Unwetter abgebrochen werden. Dadurch können zumindest bei kleineren Hagelschauern mögliche Schäden an den wachsenden Trauben reduziert werden.

Eine weitere wichtige Tätigkeit ist das «Läuble». Darunter versteht man das Entfernen von überschüssigem Laub. Es gewährleistet, dass die Trauben direkte Sonne erhalten. Die schnell wachsenden Rebschosse werden aufgeheftet. Diese Arbeit dient einerseits einem lockeren Stockaufbau, andererseits der optimalen Ausnützung des Raumes und des Sonnenlichtes zur Erzielung von reifen und gesunden Trauben. Beim Auslauben ist darauf zu achten, dass es keine Beerenverletzungen gibt, wodurch später die Trauben von Fäulnis befallen werden.

Zudem nutzt man die Gelegenheit, um Trollertrauben (Nebentriebe) und sonstige schwache Trauben heraus zu schneiden.

Alle diese Arbeiten fördern die Qualität und machen sich zudem bei der Erntearbeit bezahlt. Durch die lockere Laubwand wird das Ernten stark vereinfacht und man spart Zeit und Kosten.

Im Keller beginnen die ersten Vorbereitungen für die Ernte. Maschinen und Gerätschaften erfahren eine «Entstaubungsaktion». Rechtzeitig wird das Erntegeschirr gereinigt und bereit gemacht für die «Hochsaison».
Ebenso sind auch die Einkäufe von ausgewählten Hefen, Gärhilfsmitteln, Filterhilfsmitteln, Gärtrichterflüssigkeit etc. zu tätigen. Dadurch ist sicher gestellt, dass rechtzeitig mit der Ernte begonnen werden kann, unabhängig ob diese früher oder später startet.

Entscheidend für deren Beginn ist der Oechslegrad (Zuckergehalt des Traubengutes).
Die Einheit ist nach dem Pforzheimer Goldschmied Christian Ferdinand Oechsle benannt. Die von ihm entwickelte Mostwaage gibt an, um wieviel Gramm ein Liter Most bei 20 °C schwerer ist als ein Liter Wasser.
Bei der Gärung wird der Mostzucker in Alkohol umgewandelt. Dadurch ergeben sich die Oechsle-Grade und entsprechend Rückschlüsse auf den Alkoholgehalt des zukünftigen Weines.
Der Zuckergehalt der Trauben wird mit einem Refraktometer gemessen.
Die Masseinheit dabei ist der Oechsle-Grad. Ein Refraktometer ist ein optisches Sichtgerät, bei dem die Zuckermoleküle im Most den Lichteinfall in einem bestimmten Winkel brechen und der Wert auf einer Skala abgelesen werden kann.

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